Für Behörden stehen oft strenge sicherheitspolizeiliche Erwägungen im Vordergrund, und die zuständigen Fachreferenten aus der Verwaltung haben mit dieser Materie immer wieder ihre Schwierigkeiten.

Ich bin beispielsweise im Burgenland aufgewachsen, einer nach 1945 von den Sowjets besetzten Zone. Zu jener Zeit stand auf den Besitz von Kugelgewehren theoretisch die Todesstrafe, eher real, aber auch sehr unbeliebt  war die Verschleppung in ein Lager nach Sibirien als  übliche  Maßnahme der Militärgerichte.

Um den unter Experten unbestrittenen hohen Schwarzwaffenbestand zu verkleinern (nachdem auch die Androhung der Todesstrafe nicht wirkte) hat heutzutage ein kooperativ diplomatisches Vorgehen am ehesten Aussicht auf Erfolg. Dabei hat sich herausgestellt, dass es bei ansonsten unbescholtenen Bürgern häufig Sinn ergibt unbürokratisch das Gespräch mit den Menschen zu suchen, und ihre Argumente zu verstehen. Oft ist es ja nur Unkenntnis der komplizierten Verwaltungsvorschriften, ohne jegliche Gefahr für die Öffentliche Sicherheit dar zu stellen. In konsensualer Vorgangsweise kann es dann möglich sein, die Schusswaffen einem Sachverständigen des gegenseitigen Vertrauens auszuhändigen, der sich um die technischen Maßnahmen zum Verlust der Schusswaffeneigenschaft kümmert und diese bei einem Fachbetrieb in Auftrag gibt. Dann nach erfolgreicher Ausführung der notwendigen Maßnahmen diese kontrolliert und das Ergebnis dieser Untersuchung der Behörde mittels eines Fachgutachtens nachweist. Somit verbleibt dem vormaligen Besitzer die Möglichkeit sein "deaktiviertes" Erinnerungsstück weiter zu behalten, wogegen dann ja keine sicherheitspolizeiliche Bedenken mehr bestehen können.

Dies ist nur einer der möglichen Wege, bürgerfreundlich die Interessen der Republik umzusetzen.